Fettleber, die große, unterschätzte Gefahr in deinem Körper.
- schoenherrtobi
- 17. Nov. 2025
- 7 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 18. Nov. 2025
Deine Wahrscheinlichkeit, eine Fettleber bereits zu haben.
Wusstest du, dass heute laut der KI über 30% der Deutschen, eine nichtalkoholische Fettleber haben? Das wäre ungefähr jeder Dritte. Die Dunkelziffer dabei ist sehr groß, da keine Messungen am Patienten erfolgen, oder wurde es bei dir einmal gemessen? Bestimmt nicht! Renomierte Fachleute gehen von 60% aus, fast jeder zweite. Bei stark übergewichtigen Menschen ist die Wahrscheinlichkeit, eine Fettleber zu haben, sogar bei unglaublichen 85%, fast JEDER!!!
Fangen wir, wie gewohnt, ganz vorne an.
Unser Körper, auch deiner, stammt aus einer 2,5 Millionen Jahre langen Entwicklungsgeschichte und auch unsere heutigen körperlichen Veranlagungen, beruhen immer noch auf dieser uralten Entwicklung. Zwar sind Feinheiten über die Jahrtausende immer wieder angepasst, doch die grundsätzlichen Funktionen und Regelmechanismen in uns, sind immer noch die gleichen, wie schon vor hunderttausenden von Jahren.
Gehen wir mal nur 100.000 Jahre in der Geschichte zurück und schauen, warum es denn, aus evolutionärer Sicht, durchaus Sinn machte, die aufgenommene Energie als Fett speichern zu können.
Der Tagesablauf des damaligen Homo Sapiens sah, nach wissenschaftlichen Erkenntnissen, so aus: Morgens, nach dem Aufwachen, musste er zum teils Kilometer weit entfernten Bach oder See gehen, um etwas trinken zu können. Behälter zum Transport von Wasser hat er erst 90.000 Jahre später erfunden.
Das Leben der Menschen fand deshalb immer in der Nähe von Süßwasser führenden Bächen, oder Seen statt. Dann verbrachte er Stunden, um mühsam Nahrung zu finden und legte dabei täglich 10 - 18km zurück. Er musste sich also erstmal sehr viel bewegen, um an Nahrung zu kommen, wenn er sie denn überhaupt in ausreichender Menge fand. Wir sind, über viele hunderttausenden von Jahren, in Afrika entstanden und haben uns erst vor ca. 60.000 Jahren langsam global verteilt und ausgebreitet. Je weiter sich der Mensch vom Äquator entfernte, so machten ihm die zunehmend kalten Monate des Winters neue Probleme.
Je nach Jahreszeit fand er viel oder weniger Nahrung, denn ein wildes Tier zu erlegen, um es zu essen, war nicht an der Tagesordnung und Ackerbau und Viehzucht entstand erst 40.000 Jahre nachdem wir Afrika verlassen hatten. So gab es in den wärmeren Monaten mehr Nahrung durch Beeren, Früchte, Pflanzen und junge wilde Tiere und in den kälteren Monaten eher wenig, wo er nur noch Wurzeln und wenige Pflanzen zu den wildlebenden Tieren fand, die nun aber auch schwerer zu erjagen waren. Um nahrungsarme Zeiten, wie auch die kalten Monate im Norden, zu überbrücken, entwickelte der Mensch über die Zeit die Fähigkeit, die durch die Nahrung aufgenommene Energie in Fett umzuwandeln und zu speichern. Dieses Fett wird dann, in den mageren Zeiten, wieder abgebaut und dient als Energielieferant. Es ist das gleiche Prinzip, wie es heute noch viele Tiere für den Winter nutzen.
Übertragen wir dieses Wissen nun in die heutige Zeit.
So, nun haben wir das Wichtigste aufgedröselt. Du hast verstanden, warum du generell Fett einlagerst, obwohl heutzutage jederzeit genug Nahrung zur Verfügung steht. Das ist kein Fehler der Natur, sondern war lebensnotwendig, bis wir vor wenigen tausend Jahren, über den Ackerbau, zunehmend lagerfähige Kohlenhydrate in die Ernährung einbauten, wie Lebensmittel aus Getreide z.B. Brot oder Fladen und bis der Kühlschrank erfunden wurde, um frische Lebensmittel länger zu lagern. Übrigens, die ersten Kühlschränke in Deutschland verbreiteten sich erst in der Nachkriegszeit der 1950er Jahre. Zuvor wusste man zwar um die Bedeutung des Kühlens von Nahrung, um sie frisch länger lagern zu können, hatte aber keine guten Möglichkeiten, außer Eis aus den Bergen in tiefen Kellern zu nutzen. Zudem erfand der Mensch das Pökeln des Fleisches, und andere Methoden des lagerfähig machen.
Es ist also noch nicht lange her, dass wir von dieser uralten Entwicklung immer noch profitiert haben und viele Menschen, in ärmeren Ländern, profitieren heute noch davon.
Zurück zur Fettleber
Heute haben wir in den Industrieländern der Welt das große Problem, dass hochkalorische Nahrung, oftmals aus Kohlenhydraten, immer, 24/7, verfügbar ist. Wir essen viel zu viel Energie, im Verhältnis zum Verbrauch. Wenn dein Auto einen vollen Tank hat, fährst du doch auch nicht tanken, sondern erst, wenn der Tank entleert wurde, oder? Uns volltanken, das machen wir auch sehr gern, wenn das Essen billig ist, oder gar umsonst, oder Buffett bestellt wurde. Dann essen wir, bis wirklich nichts mehr geht und das wirkt auf vielerlei Hinsicht sehr negativ auf deinen Körper. In den letzten 100 Jahren hat sich die Nahrungsaufnahme von uns, von der Lebensnotwendigkeit zur Genusserfüllung gewandelt. Wir essen heute nicht mehr, um uns zu nähren, sondern um satt zu sein und dabei Genuss zu verspüren. Zucker erfüllt dabei diese Aufgabe hervorragend, macht er doch auch schnell süchtig.
In Mäusestudien hat man herausgefunden, dass Mäuse, die Heroin,- und Zuckerabhängig gemacht wurden, bereits nach kurzer Entzugsphase, sich direkt zum Zucker bewegen statt zum Heroin und sich gegenseitig töten, um ihn zu bekommen. Beeindruckend.
Ein weiteres, wichtiges Puzzleteil - in der freien Natur finden wir überwiegend Fruchtzucker.
Den Fruchtzucker der Nahrung können wir nicht, wie den modernen Haushaltszucker, direkt in der Muskulatur verwerten, sondern müssen ihn erstmal über die Leber verstoffwechseln.
Diesen Mechanismus machen sich heute viele Leistungssportler in langandauernden Wettkämpfen wie Triathlon zu nutze, um zusätzlich Energie aufnehmen zu können.
Für die breite Masse der Menschen aber, ist es heute ein nachteiliger Prozess, denn der Fruchtzucker, aus den Früchten, die wir ja teils essen um abzunehmen, weil wir glauben, sie machen schlank, landet so zu mind.90% direkt im Fettgewebe, denn wir leiden ja nie an Energiemangel. Das war früher gut, bedeutet heute aber, dass vor allem Fruchtsäfte, Smoothies & Co., meist direkt als Fettgewebe in dir eingebucht und eingelagert werden. Damals halfen diese Prozesse, durch die vielen Früchte im Spätsommer und Herbst, das für den Winter lebensnotwendige Fett aufzubauen, heute führen diese Prozesse uns in Krankheiten, wie dem metabolischem Sydrom und weiter in den Diabetes, zum Schlaganfall, zu Herz-, und Gefäßkrankheiten.
Obst ist und bleibt ein wichtiger Bestandteil der gesunden Ernährung, aber immer in Maßen, nicht als Ersatz. Dann bitte lieber Gemüse nutzen.
Die armen Organe
Die Leber, die Mutter aller Organe, die bekanntlich sehr viele, wichtige Aufgaben zu erfüllen hat, wie die Entgiftung des Körpers, Produktion der Galle und Proteine uvm., muss also auch den in zu großen Mengen aufgenommenen Fruchtzucker verstoffwechseln und lagert ihn dabei auch in sich ein. Generell wird zu viel aufgenommene Energie auch in der Leber eingelagert, bevor sie als weiteres Fett in die großen Depots geht. Die Leber verfettet zunehmend dabei also selbst und da wir oftmals zu keinem Zeitpunkt des Jahres mehr einen Mangel an Nahrung haben, wird diese Verfettung auch nicht mehr abgebaut. Gleichzeitig verfettet meist direkt der Pankreaskopf und dann der ganze Pankreas, also die Bauchspeicheldrüse, welche einen sehr hohen Stellenwert bei der Verdauung, der Enzym -, und vor allem der Insulinproduktion und vielen weiteren Dingen hat.
Und dann? Dann folgen die weiteren Organe in unserem Abdomen, dem Bauchraum. Es entsteht das viszerale Fettgewebe, zu dem Fettgewebe, welches wir im Spiegel sehen und loswerden wollen an Beinen, Armen und Po.
Du kennst Männer mit großem Bauchumfang, aber recht fester Bauchdecke? Dieser klassische Bierbauch? Das ist viszerales Fettgewebe. Es befindet sich unterhalb der Bauchmuskeln, direkt in der Bauchhöhle um die Organen herum und auch in ihnen.
Stark übergewichtige Menschen haben diese Organverfettung mit einer 85%igen Wahrscheinlichkeit!!!
Nur haben diese Menschen zusätzlich noch die Fettgewebe oberhalb der Bauchmuskeln, das sichtbare Fett an Bauch, Beine & Po. Viszerales Fettgewebe wird von Fachleuten, durch wissenschaftliche Studien belegt, als deutlich gefährlicher für unsere Gesundheit eingeschätzt, als das weitere periphere Fettgewebe. Fettgewebe generell, ist ein endokrines Organ. Bedeutet, es produziert selbst Botenstoffe und wirkt direkt sehr nachteilig auf deine Gesundheit.
Es ist daher sehr fahrlässig, seinen Wohlstandsbauch und die Fettpolster einfach zu tolerieren.
Das alles ist sehr individuell zu betrachten. Männer und Frauen unterscheiden sich in ihrer Veranlagung und natürlich auch Männer und Frauen untereinander. Somit ist es der falsche Ansatz, alle Menschen mit der gleichen Methode zu betreuen, sondern jeder braucht seinen individuellen, ganzheitlichen Ansatz, je nach Motivation und Möglichkeiten.
Eine verfettete Leber, wie auch alle anderen verfetteten Organe, kann in diesem Zustand nicht die gleiche Arbeit leisten, wie eine gesunde, fettfreie Leber, das sollte dir einleuchten. Somit solltest du, wenn du gesund alt werden möchtest, dein Fettgewebe nicht als harmlos ansehen. Es dient dir als Notenergie, in harten, nahrungsarmen Zeiten. Wenn diese nicht kommen, oder aber zumindest von dir simuliert werden, führt es dich direkt in Krankheit.
Wichtig!!!
Du solltest jetzt nicht in Panik verfallen, doch es auf jeden Fall sehr ernst nehmen und dir einen Plan machen, dass überschüssige Fett nachhaltig zu reduzieren. Das Aufbauen des Fettes hat vermutlich Monate oder Jahre gedauert und für den Abbau solltest du dir ebenfalls Monate einplanen. Es geht nicht darum, dass wir alle einen Waschbrettbauch haben sollen oder müssen, nur noch Gemüse essen dürfen oder andere Extreme, doch sollte man sein körpereigenes Fettgewebe in ein kleines Ausmaß führen und dann auf niedrigem Niveau halten.
Das ist wahrlich nicht einfach. Das weiß jeder, der einmal etwas beleibter war, der sich zu Neujahr als Vorsatz - weniger Körpergewicht - vorgenommen hatte und scheiterte.
So auch ich, mit damals über 100kg Körpergewicht. Auch ich hatte und habe meine Baustellen. Darum weiß ich, wie du dich fühlst.
Doch ich habe auch Lösungen anzubieten, mit denen ich meine Baustellen gelöst habe und auch dir helfen kann, wenn DU es willst.
Ich habe, wie die meisten Menschen damals, nie gelernt mich artgerecht zu verhalten und zu nähren. Das lernt man nicht in der Schule und so stopfen wir uns und leider auch bereits unsere Kinder mit einer Menge an hochkalorischer Energie voll, die wir den Tag über, auch durch zu wenig Bewegung, nie verbrauchen werden. Und wenn wir nicht aufpassen, werden unsere Kinder später noch mehr Probleme haben, als wir heute. Das gilt es unbedingt zu verhindern.
Du hast doch nur den einen Körper. Der sollte gesund sein, um mit ihm, in möglichst hoher Lebensqualität, alt zu werden, oder?
Du bist bornTOBIalive !!! Geboren, um am Leben zu sein. Nicht um krank zu sein.




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